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Kreisverband Karlsruhe Die Grünen in Karlsruhe

Monika Storck:

Karlsruhe wird bunter!




Als ich Fraktionssprecherin der Grünen in Karlsruhe wurde, hatte ich bereits acht Jahre als Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen gearbeitet und verfügte über intensive Erfahrungen mit Grüner Kommunalpolitik. Die meisten FraktionskollegInnen waren mir bekannt und ich wusste ziemlich genau, auf was ich mich einließ, als ich dann selbst zur Sprecherin gewählt wurde.

Und trotzdem …

Fraktionssprecherin in einer Zeit zu sein, in der viele starke Persönlichkeiten die Fraktion geprägt haben, war eine Herausforderung, aber auch eine Aufgabe, die mich persönlich bereichert und gestärkt hat. Die Fraktionssitzungen waren geprägt von Grundsatzdebatten und dem Ziel, bei unterschiedlichen Positionen einen Konsens zu finden - nicht immer einfach und durchaus zeit- und nervenaufreibend. Heute würde ich mir wünschen, es gäbe wieder mehr Grundsatzdebatten in der Politik!

Die größte Herausforderung für mich war allerdings zweifellos der Karlsruher OB-Wahlkampf 1998. Zum ersten Mal traten alle in Gemeinderat vertretenen Parteien mit einem eigenen Kandidaten/einer eigenen Kandidatin an und drei davon waren bereits als Bürgermeister/in im Amt, mit einem ungleich größeren Bekanntheitsgrad und vor allem ausgestattet mit einem Budget, dem wir als Grüne nichts entgegenzusetzen hatten.

Es war auch einer der ersten Wahlkämpfe, in denen eine wahre Materialschlacht angezettelt wurde: Ulrich Eidenmüller (FDP) trat mit Videos an seinen Wahlkampf-Ständen auf, die er in Massen verteilte. Die Ehefrau von Heinz Fenrich (CDU) hatte ein Kochbuch verfasst und erfreute damit die potenzielle Wählerschaft ihres Mannes. Und Heinke Salisch (SPD) erfuhr eine unglaubliche Unterstützung durch Kulturschaffende und die Kultureinrichtungen der Stadt bis hin zum Intendanten des Badischen Staatstheaters, dem dieses Engagement später für seine weitere Arbeit in Karlsruhe, sagen wir mal, nicht gerade förderlich war.

Wie kein OB-Wahlkampf zuvor, war dieser auch von Visionen geprägt: Heinke Salisch und ich träumten beispielsweise von einem möglichen ersten bundesweiten Jobsharing als OB. Bei den Träumen ist es geblieben! Heinz Fenrich wurde im zweiten Wahlgang OB, Heinke Salisch blieb Baubürgermeisterin und ich noch ein paar Jahre Fraktionssprecherin.

Eine tolle Zeit der Erfahrungen, Niederlagen und manchmal auch Siege, eine Zeit die persönlich geprägt hat; eine Zeit in der mir die Grünen eine Chance gaben, die ich und viele MitstreiterInnen nutzten, um unser politisches Engagement, unser Ideen und Ideale einzubringen.

Ich wünsche den Grünen auch für die nächsten 30 Jahre viel Erfolg und wieder ein bisschen mehr Mut auch anders als alle anderen Parteien zu sein