
Am 15.03.2006 stellten die Karlsruher Grünen in der Veranstaltung "Heiß auf Holz" ihre energiepolitischen Ziele dar und demonstrierten die praktische Umsetzung anhand einer Holzpellets-Anlage in einem 4-Familienhaus.
Der Energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Walter Witzel, mahnte: "Man muss aus der Tschernobyl-Katastrophe lernen. Mehrere schwere Unfälle auch in deutschen Kernkraftwerken haben gezeigt, dass Atomenergie nicht sicher beherrschbar ist. Eine Laufzeitverlängerung stellt eine Gefahrzeitverlängerung dar."
Witzel verwies auf viele Gutachten die belegen, dass die vollständige Ersetzung der atomaren und fossilen Energieversorgung durch regenerative Anlagen bis 2020 möglich sei. Die rot-grüne Bundesregierung habe in dieser Richtung bereits vieles bewirkt. Witzel betonte als Schlüssel für eine nachhaltige Energieversorgung die drei "E"s:
- Einsparung von Energie (35 % ohne Komfortverlust),
- Effizienzsteigerung und
- Erneuerbare Energien als Ersatz für fossile Brennstoffe.

Die Landtagskandidatin Renate Rastätter stellte klar: "In Baden-Württemberg mit seinen kleinen und mittelständischen Betrieben ist der Stellenwert für dezentrale, regenerative Energieerzeugung sehr hoch. So können Arbeitsplätze entstehen und gesichert werden, die nicht abwandern."
Gisela Splett, Landtagskandidatin in Karlsruhe-Ost, erinnerte daran, dass der derzeit laufende Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage im Hardtwald sich drastisch verteuert habe. Der Atomstrom sei keineswegs so billig, wie oft behauptet. Auch das Atomkraftwerk Philippsburg mit seinem atomaren Zwischenlager und einer Pannenserie in 2001 sei nur 25 km von der Fächerstadt entfernt. "Die Karlsruher EnBW setzt viel zu sehr auf Atomkraft und investiert nicht in regenerative Energien, wie es in anderen Bundesländern passiert", so Gisela Splett. Zur Energieeinsparung sieht sie für die Stadt Karlsruhe ein Förderprogramm für Wärmedämmung als dringend notwendig an.

Der regen Diskussion nach den Vorträgen schloss sich die Besichtigung einer Pelletsheizung in einem 4-Familienhaus an. Seit 2005 sorgt hier ein Pelletskessel für umweltfreundlich erzeugte Heizwärme und Warmwasser. Dadurch wird die Umwelt von jährlich mehr als 10 Tonnen CO2 entlastet. Die Holzpellets lagern in einem benachbarten Keller und werden über ein Turbinensystem automatisch in den Heizkessel gesaugt. Die anfallende Asche von etwa 3 kg pro Tonne Pellets dient als Dünger im Garten. Durch die um etwa 1000 Euro pro Jahr niedrigeren Kosten wird sich in einigen Jahren die Anlage amortisiert haben, die zudem mit ca. 2000 EUR staatlich gefördert wurde.









