Aktionsbündnis gegen Kohle protestiert gegen die Grundsteinlegung für Kohlekraftwerk RDK 8 der EnBW

"Einen besseren Termin hätten sich die Verantwortlichen für die Grundsteinlegung des zukünftigen Klimakillers nicht aussuchen können. Während in dieser Woche mit einer großen Beteiligung der Öffentlichkeit in Karlsruhe das Hohelied auf den Naturschutz gesungen wurde, schaufelt die EnBW hinter den Kulissen mit der Grundsteinlegung für das Kohlekraftwerk ein weiteres Grab für den Klimaschutz - und das unter Ausschluss der betroffenen Öffentlichkeit. Weder in der Presse noch auf der unternehmenseigenen Seite wurde das Ereignis angekündigt - man wollte anscheinend unter sich sein.

Dennoch fanden sich einige Aktive vor Ort ein, um ihrem Protest noch einmal Ausdruck zu verleihen. Ministerpräsident Oettinger - einer der heute angekündigten Festredner - war es bis zum Ende des Genehmigungsverfahrens wichtig, schnellstens eine Baugenehmigung zu bekommen. Seine Begründung - drohende Versorgungslücke – ist schwer nachvollziehbar in einem Land mit nach wie vor enormen Energieüberschüssen.
Weder das Argument der Karlsruher Kinderärzte, die vor einer Zunahme von Atmewegserkrankungen warnten noch die Verdoppelung des CO2 Ausstoßes am Standort konnten die Genehmigung für den Bau verhindern. Alle Einwände der Gegnerinnen und Gegner wurden den wirtschaftlichen Interessen eines großen Energiekonzerns untergeordnet.

Die Rednerliste für den Festakt bestätigt denn auch, dass es sich in erster Linie um ein gigantisches Wirtschaftprojekt handelt: Wirtschaftsminister Michael Glos, EnBW-Vorstand Peter Villis und Ministerpräsident Guenther Oettinger haben heute unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihren Sieg über den Widerstand in Karlsruhe feiern können.
Wer die Lasten trägt, ist klar: die vor Ort lebenden Bürgerinnen und Bürger, die mit dem zusätzlichem Dreck in der Luft klarkommen müssen und die Natur, die sich in Zukunft gegen einen weiteren Klimakiller behaupten muss.
Da nützt es nichts, dass sie diese Woche in Karlsruhe ganz groß gefeiert wird.









